Essstörungen


Allgemeine Informationen


Essstörungen gehören zu den psychischen Erkrankungen, die besonders häufig im Jugend- und jungen Erwachsenenalter beginnen. Sie zeigen sich in unterschiedlichen Formen – etwa durch starkes Einschränken der Nahrungsaufnahme, wiederkehrende Essanfälle oder kompensatorische Verhaltensweisen wie Erbrechen oder exzessiven Sport. Betroffen sind zwar häufiger Mädchen und junge Frauen, doch auch Jungen, Männer und Menschen in höherem Lebensalter können erkranken.

Die Ursachen für eine Essstörung sind vielfältig. Häufig spielen ein geringes Selbstwertgefühl, belastende Lebenserfahrungen, familiäre oder gesellschaftliche Einflüsse sowie individuelle Veranlagungen eine Rolle. Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper kann ein Auslöser sein, ist jedoch nie die einzige Ursache.

Essstörungen sind ernsthafte psychische Erkrankungen mit körperlichen Folgen. Die Übergänge von auffälligem Essverhalten zur Krankheit sind fließend – für eine Diagnose gibt es jedoch klare Kriterien, die von Fachgesellschaften wie der WHO in der ICD-11 beschrieben sind.


Anorexia Nervosa (Magersucht)
Anhaltend eingeschränkte Nahrungsaufnahme, die zu einem Körpergewicht führt, das deutlich zu niedrig ist im Verhältnis zu Alter, Geschlecht, Entwicklungsstand und körperlicher Gesundheit.

Starke Angst vor einer Gewichtszunahme oder anhaltendes Verhalten, das eine Zunahme verhindert.

Übermäßiger Einfluss von Figur und Gewicht auf das Selbstwertgefühl oder fehlende Einsicht in den Schweregrad des Untergewichts.


Bulimia Nervosa
Wiederkehrende Episoden von Essanfällen (ungewöhnlich große Nahrungsmengen in kurzer Zeit, verbunden mit Kontrollverlust).

Regelmäßige kompensatorische Maßnahmen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern (z. B. Erbrechen, Abführmittel, Fasten oder exzessiver Sport).

Figur und Gewicht haben einen übermäßigen Einfluss auf das Selbstwertgefühl.

Die Symptome treten über mehrere Wochen hinweg regelmäßig auf und nicht ausschließlich im Rahmen einer Anorexie.


Binge-Eating-Störung
Wiederkehrende Essanfälle mit Kontrollverlust.

Häufige Merkmale: sehr schnelles Essen, Essen bis zum unangenehmen Völlegefühl, Essen ohne Hunger, heimliches Essen, Schuld- oder Schamgefühle danach.

Die Essanfälle verursachen deutlichen seelischen Leidensdruck.

Sie treten regelmäßig über mehrere Wochen auf, jedoch ohne kompensatorisches Verhalten (wie bei der Bulimie).

ARFID – Avoidant/Restrictive Food Intake Disorder
Anhaltend stark eingeschränkte oder einseitige Nahrungsaufnahme.

Führt zu deutlichem Gewichtsverlust, Nährstoffmangel, Abhängigkeit von Zusatzernährung oder starken Beeinträchtigungen im Alltag.

Keine Sorge um Figur oder Gewicht im Vordergrund (im Unterschied zu Anorexie oder Bulimie).

Weitere Kategorien
Andere näher bezeichnete Essstörungen (OSFED): wenn wichtige Symptome einer Essstörung vorliegen, aber nicht alle Kriterien erfüllt sind.

Nicht näher bezeichnete Essstörungen: wenn eine Essstörung klar erkennbar ist, aber nicht genau eingeordnet werden kann.


Eine Essstörung hat man jedoch nicht nur dann, wenn eines dieser Diagnosekriterien vollständig erfüllt ist. Vielmehr liegt eine Essstörung immer dann vor, wenn das eigene Essverhalten "entgleist" ist und man zwanghaft ans Essen denkt – viel häufiger, als man eigentlich möchte. Siehe auch Checkliste hier auf unserer Homepage.

Kontakt

Aktionskreis für Ess- und Magersucht Cinderella e.V.

Gaßnerstraße 17
D-80639 München

Telefon: +49 / 89 / 502 12 12

Online-Beratung und Online-Terminbuchung:
Hier klicken


Terminanfragen für persönliche Termine vor Ort und sonstige Anliegen:
info@cinderella-beratung.de

 Cinderella Infoflyer Download (PDF)

Sprechzeiten

Montag bis Donnerstag.
(Genaue Zeiten entnehmen Sie bitte dem Anrufbeantworter)